Veröffentlicht am 14.12.2023

Couragierter Besuch am HeiG

In den 1980er Jahren verleugnet ein Mitschüler in der Klasse einer Dortmunder Realschule im Geschichtsunterricht den Holocaust und propagiert offen weitere Nazi-Parolen.
Der damals Jugendliche Nils Oskamp lehnt sich dagegen auf und sagt ihm und seinen Mitschülern klar seine Meinung, wodurch er zur Zielscheibe der örtlichen Neonazis wird. Es beginnt für ihn ein Kampf ums Überleben, der in zwei Mordanschlägen auf ihn endet.

Der heute in Hamburg lebende Illustrator Nils Oskamp, in Dortmund-Dorstfeld aufgewachsen, war am 06.12.2023 zu Besuch am Heisenberg-Gymnasium und präsentierte im PZ den Schüler*innen der neunten und zehnten Klasse seine Graphic Novel „Drei Steine“, in der er die gewaltsamen Angriffe in seiner Jugend durch Neonazis verarbeitet hat.
Seine Schilderung der Ereignisse wurde dabei durch eindringliche  Zeichnungen und Bilder untermalt, die Einblicke in seinen (Schul-)Alltag in Dortmund-Dorstfeld in den 1980er Jahren gewährten.
Im Rahmen der Lesung ließ der Comic-Künstler auch Raum für Fragen der Schüler*innen und Lehrer*innen. Auf diese Weise gewährte Nils Oskamp seinem Publikum intensiven Einblick in seine Erfahrungen mit rechter Gewalt, und diskutierte mit ihnen über den Umgang mit Rechtsextremismus, Rechtspopulismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.
Mit seiner couragierten und mutigen Haltung beeindruckte der Illustrator sowohl Schüler*innen als auch Lehrer*innen sehr, so dass viele am Ende der Veranstaltung noch einmal das Gespräch mit ihm suchten und ihm ihren Respekt und Dank ausdrückten. 

Fünf unserer Schüler*innen hatten am darauffolgenden Tag in der Jugendfreizeitstätte in Eving die Chance, mit Nils Oskamp Plakate für den geplanten Demokratietag in Dortmund-Eving am 19. April 2024 zu gestalten.

Wir freuen uns sehr, dass Nils Oskamp bei uns am Heisenberg-Gymnasium zu Besuch war und unserer Schulgemeinde mit seiner eigenen Geschichte deutlich gezeigt hat, wie wichtig Zivilcourage und das Engagement für Demokratie und Menschenrechte auch heute sind.

Sarah Brähler